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 Montag, 15. Juli 2002
BÜLACH / Berufswahlschule verabschiedet Schülerinnen und Schüler
Abgang mit gesteigertem Marktwert
Für 100 Schülerinnen und Schüler der Berufswahlschule hat am Freitag die Schulzeit geendet. 90 von ihnen treten gleich nach den Ferien in die Berufswelt ein.
ROGER SUTER
 
13-mal hat Schulleiter Walter Fehr (links) den Schulabgängern ein europäisch anerkanntes Computer-Anwenderdiplom überreicht. (rs)
 
Die Berufswahlschule (BWS), welche als 10. Schuljahr an die obligatorische Schulzeit anschliesst, wird von immer mehr Jugendlichen absolviert, die noch keine Lehrstelle gefunden haben. «Es heisst oft, dass dies am ausgetrockneten Lehrstellenmarkt liegt», sagte Schulleiter Walter Fehr an der Verabschiedung.

Doch das stimme nur zum Teil: An diesem Freitag, 12. Juli, um 10.45 Uhr seien im Kanton Zürich noch 876 Lehrstellen unbesetzt gewesen, so zum Beispiel 40 im Gastgewerbe, 20 für Coiffeure, 15 für Elektromonteurinnen, 30 für Gipser/Maler, 40 für Maurer, 18 für Gärtnerinnen. «Dass viele junge Menschen keine Lehrstelle finden, liegt auch an ihren überhöhten Erwartungen, falsch eingeschätzten Anforderungen und am manchmal fehlenden persönlichen Engagement», sagte Fehr.

Volles Jahresprogramm

Für 90 der 100 abschliessenden Jugendlichen macht sich der Einsatz bezahlt: Sie treten nach den Sommerferien eine Lehrstelle an. Zwei weitere haben gute Chancen auf eine Anstellung. Die meisten ergreifen einen handwerklichen, einen kaufmännischen, einen Pflege- oder Detailhandelsberuf.

Vier Jugendliche hatten bereits kurz nach Beginn des Schuljahres eine Lehrstelle gefunden, acht waren von der Schule ausgeschlossen worden. Fehr verschwieg aber auch geplatzte Termine beim Berufsberater oder geschwänzte Schnuppertage nicht. 25 Jugendliche der BWS nehmen aus diesem Jahr auch noch Zusatzdiplome mit: 13-mal überreichte Fehr eine «European Computer Driving Licence», kurz ECDL, eine Art Anwenderdiplom; 9-mal ein Schweizerisches Informatik-Zertifikat «Anwender». 12 Jugendliche erhielten das Zertifikat «ECDL Start»; ausserdem gab es 50 Tastaturschreib-Diplome sowie 49 Nothelfer-Ausweise. «Sie haben ihren Marktwert damit beträchtlich gesteigert», fand Fehr.

Auch abseits der Schulbänke wurde einiges unternommen: Es fanden unter anderem 26 Berufserkundungen statt, 6 Plenumsveranstaltungen mit Schülerpräsentationen, eine Berufswahl-Intensivwoche, Betriebspraktika, Sport- und Spieltage, der traditionelle Lägernmarsch, ein Besuchsmorgen und eine Segelwoche in Holland.
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