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| BÜLACH / Informationsabend an der Berufswahlschule |
| Berufswahl - Berufsqual(ifikation) |
| Am
letzten Donnerstag fand in der Berufswahlschule (BWS) eine
Informationsveranstaltung zum Thema «Attraktive Hilfestellung für die
Berufswahl» statt. Referenten und BWS-Schüler zeichneten ein Bild der
aktuellen Lehrstellensituation. |
| Martin Allemann |
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| Natascha
Hansen (von links), Omar Najari, Nadja Kovacs, Dominic Enzler und
Pierina Da Costa, Schülerinnen bzw. Schüler der Berufswahlschule
Bülach, haben sich bereits für ihren Lehrberuf entschieden. (alm) |
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Emil
Giezendanner, Präsident des Beratungs- und Informationszentrums für
Aus- und Weiterbildung des Bezirks Bülach (BIZ), begrüsste die sehr
zahlreich erschienenen Lehrkräfte, Gewerbler und Interessierten und
zitierte eine kurze Textpassage aus dem Berufswahlbuch für Knaben aus
dem Jahre 1948. Darin heisst es: «Man trifft Menschen in guten Berufen,
die schlecht verdienen, und gut Verdienende, die in ihrem Beruf
unglücklich sind.» Es gebe also nicht so genannt «gute oder schlechte
Berufe», sondern noch etwas anderes als das Kriterium des Salärs, für
welche Lehre oder Ausbildung man sich entscheidet.
Breit abgestützte Hilfestellung
Es
gehe um eine sehr persönliche Angelegenheit bei der Wahl der
beruflichen Zukunft, so Werner Scherrer, Präsident des
Bezirksgewerbeverbandes. Deshalb seien Nähe, Zusammenarbeit und
Kontakte wichtig. Die KMUs würden eine breite Palette von stabilen
Lehrstellen anbieten. Scherrer ist überzeugt, dass die Berufslehre im
Ausbildungssystem einen wichtigen Stellenwert hat, was auch im Ausland
positiv erkannt werde. Gerne würden aber der Lehrstellenmangel und die
Meinung, Ausbildungsplätze könnten nicht passend besetzt werden,
gegeneinander ausgespielt.
«Wichtig ist es, dass wir nach der
Schule einen breiten Angebotsfächer auftun und die Jugendlichen bei der
Entscheidungsfindung unterstützen», ist Scherrer überzeugt. Sylvia
Meyer, Geschäftsführerin des Gewerbeverbandes Zürich, hat sich
überlegt, welche Fähigkeiten Schulabgänger nicht mitbringen. Denn trotz
Checks und Zeugnissen tun sich die Lehrbetriebe in der Beurteilung der
Lehrstellensuchenden schwer. Deshalb hat sie in einem Team
berufsspezifische Kompetenzprofile geschaffen, um ein Instrument in den
Händen zu halten, das Lücken schliesst und Chancen öffnet.
Bisher
wurden für 48 Berufe solche Profile mit jeweils 241 Fragen erarbeitet.
Sie helfen den Jugendlichen, ihre Stärken und Schwächen besser
einzuschätzen und allfällige Mankos zu beheben. Das Verfahren trägt
dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler bessere Chancen haben,
denjenigen Beruf zu erlernen, den sie wirklich möchten. Dieses neue
Instrumentarium steht kostenlos zur Verfügung und ist über das Internet
unter www. kgv.ch abrufbar oder auf CD erhältlich.
Schülerinnen
und Schüler der Berufswahlschule Bülach führten in einem kurzen
Rollenspiel vor, wie sie das Berufefinden erlebt haben. So hätten
Eltern oft eine klare Vorstellung, wofür sich die Jugendlichen zu
interessieren haben. Oft würden sich die Schulabgänger unsicher und
überfordert fühlen, das für sie Richtige zu finden. Auch für
BWS-Schülerin Pierina Da Costa kam alles sehr kurzfristig. «Erst wollte
ich Grafikerin werden und entdeckte erst später meine wirkliche
Leidenschaft, die Chemie», erzählt sie.
«Ein solcher
Berufswahlwechsel ist typisch», erklärt Walter Fehr, Leiter der BWS.
Mehr als 50 Prozent der Jugendlichen haben sich während des einen
Jahres umorientiert. «Unsere Aufgabe ist es, mit einer grossen Anzahl
Teilqualifikationen bessere Startpflöcke zu graben.»
Der
Berufs- und Laufbahnberater Bruno Kägi erklärte, dass oft das
Entwicklungspotenzial von Berufen unterschätzt werde, und gab ausserdem
zu bedenken, wie angespannt die Situation im Lehrstellenmarkt sei. Zu
oft würde politisiert statt gehandelt. Er hofft, dass mindestens bei
der Diagnose der Probleme künftig Einigkeit herrsche, das Therapieren
sei eh genug schwer. |
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